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Sägewerk in Flammen
Bischberg, Landkreis Bamberg - Als Höhepunkt einer Brandserie von mittlerweile 14 Bränden in den Gemeindeteilen Bischberg, Trosdorf und Tütschengereuth darf zweifelsfrei der Brand des Holzlagers des Sägewerkes in der Nacht des 16.09.06 in Bischberg bezeichnet werden. Es darf Brandstiftung unterstellt werden, nach dem zwei Wochen vorher ein Brandanschlag auf dieses Sägewerk durch die Aufmerksamkeit von Wachpersonal und dem Eingreifen der Feuerwehr verhindert werden konnte.
Aufgrund der Tatsache, dass die verantwortlichen Führungskräfte ohne zögern, rechtzeitig und vorausschauend genügend Einsatzkräfte alarmierten, konnte bei diesem außergewöhnlichen Brand eine Ausbreitung des Feuers verhindert werden.
In der Nacht zum 16.09.06 wurde aufgrund von Anrufen bei der Polizei durch die Feuerwehreinsatzzentrale der Feuerwehr Bamberg die Alarmstufe 1 ausgelöst. Die Anrufer hatten gemeldet, dass ein Holzstapel am Sägewerk brennt. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Bischberg Kommandant Martin Raab verlangte bereits auf der Anfahrt, fünf Minuten nach der Alarmauslösung, eine Erhöhung der Alarmstufe auf 2. Der zuständige Kreisbrandmeister Peter Deckert erhöhte auf der Anfahrt, 9 Minuten nach dem Alarm, die Alarmstufe auf 3. Damit waren insgesamt 13 Feuerwehren mit 17 Fahrzeugen alarmiert. Der zuständige Kreisbrandinspektor Willi Scholz lies zusätzlich nach Auslösung der Alarmstufe 3 die zu diesem Zeitpunkt freien Kreisbrandmeister aus der Inspektion II alarmieren. Mit der Alarmstufe 3 wurde auch die UG Öel des Landkreises Bamberg zur Unterstützung der Einsatzleitung alarmiert. Damit konnte die Bildung von Einsatzabschnitten verwirklicht und die KBM`s als Abschnittsführer eingesetzt werden. Die Führungskräfte der Feuerwehren konnten damit bei ihren Einsatzkräften verbleiben und diese gezielt führen. Damit waren von der Organisation Feuerwehr rund 180 Kräfte im Einsatz, die durch das Rote Kreuz und zu einem späteren Zeitpunkt durch 20 Helfer des THW zusätzlich unterstützt wurden.
In einem kurzen Abriss wollen wir das Einsatzgeschehen und die wichtigsten Entscheidungen darstellen. Die beiden Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Bischberg haben sich bereits auf der Anfahrt zum Objekt getrennt. Das 21/1 fuhr das Brandobjekt von Südosten an und nahm die Brandbekämpfung/Widerstandslinie zum nächsten Wohnhaus, Entfernung 25 m auf. Das 47/1 fuhr von Nordwesten auf die Brandstelle zu und errichtete eine Widerstandlinie in Richtung des Sägewerkes, welche letztendlich gehalten werden konnte. Die nächsten ankommenden örtlichen Feuerwehren Trosdorf und Tütschengereuth reihten sich in die Brandbekämpfung ein bzw. bauten die erste Löschwasserversorgung von der Regnitz her auf. Mit dem Eintreffen weiterer Feuerwehren wurden Einsatzabschnitte gebildet in die die ankommenden Feuerwehren eingewiesen wurden. So bildeten den Einsatzabschnitt zur angrenzenden Bebauung im Süden die Feuerwehren Bischberg, Hallstadt und Priesendorf. Im Nordwesten verhinderten die Feuerwehren Bischberg, Oberhaid und Viereth ein Ausbreiten des Feuers in Richtung des Sägewerkes und bildeten damit einen weiteren Brandabschnitt. Sehr gut bewährt hat sich die Entscheidung, für die Löschwasserförderung einen weiteren Abschnitt zu bilden. Damit war gewährleistet, dass die dort eingesetzten Feuerwehren, bzw. Teile bereits eingesetzter Feuerwehren, ausschließlich die Wasserentnahme und die Weiterleitung bis zu einem Übergabepunkt durchführten und beaufsichtigten. Die dort eingesetzten Feuerwehren, oder Kräfte aus Bischberg TS, Tütschengereuth, Trunstadt, Unterhaid, Oberhaid TS, Trosdorf, Trabelsdorf und die LG Weipelsdorf förderten in der Minute mindestens 10.000 l an die Brandstelle. Löschwasser stellte aufgrund der Tatsache, dass zur Regnitz nur eine Entfernung von ca. 50 m bestand, zu keinem Zeitpunkt ein Problem dar. So konnte bereits um 01.22 Uhr (42 Minuten nach dem ersten Alarm) Rückmeldung an die Feuerwehreinsatzzentrale gegeben werden, „Widerstandslinie um Holzlager aufgebaut, Feuer wird kontrolliert“. Die eigentliche Gefahr, ein weiteres Ausbreiten des Feuers war aber erst um 2.01 Uhr behoben, was mit dem Funkspruch „Feuer unter Kontrolle, Nachlöscharbeiten beginnen“ dokumentiert wurde. Die letzten Kräfte rückten jedoch erst nach einer weiteren Nachtwache am 17.09 um 12.35 Uhr, nach 36 Stunden von der Brandstelle ab.
Um das ganze Ausmaß der Brandsituation dieser Nacht zu verdeutlichen seien nachstehende Erläuterungen erlaubt. Es brannte eine nach allen Seiten offene, mit einem Blechdach versehene, Lagerhalle mit 18 m x 25 m und ca. 7 m hoch nieder. In dieser Lagerhalle befanden sich ca. 250 Festmeter aufgeschnittenes, gestapeltes, fast trockenes Nadelholz, welches restlos verbrannte. Unmittelbar an der Halle angrenzend befanden sich weitere Holzstapel im Freien, die teilweise auch ein Raub der Flammen wurden. Der Himmel war über Bischberg glutrot erleuchtet und der Flammenschein war in acht Kilometer Entfernung noch klar erkennbar. Nach überschlägigen Berechnungen dürfte innerhalb einer Stunde eine Leistung von ca. 280.000 KWh freigesetzt worden sein. Beim Eintreffen eines der Verfasser dieses Berichtes rannten Leute schreiend und heulend durch die ca. 120 m vom Brandherd entfernte Hauptstraße und wollten Einsatzkräfte zum Schutz Ihres Objektes binden. Dazu kam ein prasselndes Geräusch, welches vom verbrennenden Holz und von der Sogwirkung ausging. Die Hitzeentwicklung im Bereich des am nächsten gelegenen Zweifamilienhauses, Entfernung 25 m, war so groß, dass die Rollos weg schmolzen und in Fahnen herunterhingen. Die Dachverschalung war angesengt und begann zu glimmen, Fensterscheiben barsten und die Dachziegel platzten ab. Auf der Ostseite des Brandobjektes mussten die Einsatzkräfte hinter der Böschung der B 26, die gesperrt wurde, Schutz suchen um der enormen Hitzentwicklung zu entgehen. Auch das 21/1 der Feuerwehr Bischberg wurde in Mitleidenschaft gezogen, obwohl dieses 35 m entfernt auf dem Festplatz stand. Die beigefügten Bilder sprechen für sich.
Um ein Fazit dieser Brandnacht zu ziehen müssen die bei diesem Brandfall vorgegebenen optimalen Voraussetzungen und die schnellen Entscheidungen genannt werden. Dazu zählt das „unerschöpfliche Angebot“ von Löschwasser in einer Entfernung, die den Einsatzkräften keine Probleme bereitete. Das frühe Auslösen der Alarmstufen 2 und 3 führte dazu, dass ausreichend Einsatzkräfte in kürzester Zeit zur Verfügung standen und damit eine Ausbreitung des Feuers auf Nachbaranwesen verhindert werden konnte. Auch haben einige Übungen in der Vergangenheit, unter Mitwirkung des Sägewerkbesitzers, zu einer guten Ortskenntnis und den damit verbundenen Vorteilen geführt.
Nachteilig zeigte sich die Blechabdeckung, die in Streifen, wie eine Abdeckung auf dem Brandgut lag und dieses nach oben abdichtete. Damit konnte nur begrenzt Wasser an den Brandherd abgegeben werden. Die Blechabdeckung musste mit einem Bagger weg geräumt werden. Der starke Auftrieb durch die Hitzeentwicklung führte dazu, dass Brandgut mit weggetragen wurde und sich am nächsten Tag in Gärten und auf Straßen wieder fand. Dieses hätte sicherlich auch woanders landen können.
Das Wichtigste aber möchten wir uns für den Schluss unseres Berichtes aufheben. Nämlich ein herzliches „Danke schön“ jedem einzelnen Feuerwehrmann- und frau, dem Helfer ob THW oder Rotem Kreuz, die es erst durch Ihren selbstlosen Einsatz ermöglicht haben, dass dieser Einsatz zu einem Erfolg wurde. Dass es einige wenige danach noch besser gekonnt hätten, damit können wir leben.
Die Verfasser:
Martin Raab, Kom., Peter Deckert, KBM, Willi Scholz, KBI
Bilder: FF Bischberg (Herzlichen Dank)